Die Fallensteller der Altsteinzeit

"Es war kurz vor Wintereinbruch. Wir hatten nur noch wenig zu essen. Tan, unser Sippenältester, schickte seine kräftigsten und routiniertesten Jäger zum Fallenbau. Wir hatten beobachtet, dass eine Herde Mammuts regelmäßig das Wasserloch im Tal als Tränke benutzte. Der schmalste Zugang, der rechts und links durch hohe Berge begrenzt war und wo uns die Tiere nur schwer ausbrechen konnten, schien und am geeignetsten.

Der Boden war bereits leicht gefroren und ein eisiger Wind erschwerte außerdem die Arbeit. Mit den Händen, Steinen, Ästen und mit Geweihschaufeln wühlten wir die Erde auf. Tagelang dauerte es, bis wir ein Loch ausgehoben hatten, aus dem wir nicht mehr herausgucken konnten. Die Arbeit machte uns hungrig und müde. Wir hofften für alle, dass sich die ganze Mühe lohnte. Nun musste die Falle präpariert werden. Zunächst besorgten einige aus dem Wald Bäume, die sie angespitzt mit der Spitze nach oben zeigend in die Grube hineinrammten. Sollte ein Tier in die Falle tappen, so wünschten wir ihm einen schnellen schmerzfreien Tod.

Anschließend flochten wir aus Zweigen eine Art Decke, mit der wir die Grube bedeckten. Nun benötigten wir viel Glück!

Mehrere Tage blieb die Falle leer und auch unser Vorrat war fast aufgebraucht. Die Mammuts hatten schon lange die Wassertränke gemieden. Hatten sie etwas gewittert? Wir beschlossen, die Tiere gezielt auf die Falle zu hetzen. Alle Jäger bewaffneten sich mit Sperren, Pfeil und Bogen und einige nahmen sogar Feuer mit.

Wir umzingelten die Herde. Als sie zur Tränke wollten, versperrten wir den Mammuts den Weg. Sie konnten nur den schmalen Zugang nehmen, doch den mieden sie gezielt. Nach tagelanger Beobachtung gelang es uns einen Teil der Herde in die enge zu treiben. Schreiend, wild fuchtelnd und mit dem Feuer hantierend gelang es uns sie in den Zugang zu hetzen. Unruhig brüllten sie nach dem Rest der Herde. Dicht gedrängt rannten sie auf Falle zu. Einige stoppten aufgeregt schnaubend ab, andere sprangen mit einem mächtigen Satz über die Grube. Dabei unterschätzte ein älteres Mammut seine Kraft und fiel direkt auf einen der angespitzten Bäume in der Falle.

Wir signalisierten den anderen Jägern durch ein Freudengebrüll den Erfolg. Das Tier zuckte und strampelte noch heftig. Mutig rammte ein erfahrener Jäger dem verletzten Tier seinen Speer ins Herz. Kurz darauf starb es."

    Aufgaben:
  • Zeichne einen Comic von der Jagdgeschichte. Jeder Absatz sollte ein Bild hervorbringen! Füge den Bildern Sprech- und Gedankenblasen hinzu!
  • Warum war das tote Tier für die Horde ein Grund zum feiern?
  • Was geschah nach der erfolgreichen Jagd? Wie kehrten die Jäger heim? Zeichne weiter!