Eine Auswahl von Mythen, Märchen, Sagen und Legenden rund um Wasser und Meer
 

 

Schipp up Strand !!!

Dor was mal ees 'n Darßer, de kem, as he dot wier, an de Himmelsdöhr un kloppt dor an, dat se em rinlaten sullen. Petrus makt dat Finster up un frog em, wer he wier un wur he herkern.

De Darßer: »Ick bin von'n Darß und mücht girn in'n Himmel rin.«

Petrus: »Dat glöw ick di wol to, äwer dor kann nicks nich von warden, dor is kein Platz mihr in.«

De Darßer: »Sinn denn ok Hiddenseesche in?«

Petrus: »Je, von de Ort hebben wi hier nahgradens nog. Dat is ne ganz dulle Bann', de maken so veel Krakeel, ick weit nich, wur dat noch warn sull.«

De Darßer: »Ih, denn schmiet se doch rut!«

Petrus: »Je, wenn dat so licht wier.«

De Darßer: »Wenn dat wieder nicks is, mit dei weit ick noch Bescheid. Ick will di wat seggen: Nimmst du mi hier bi di up, so schaff ick di gliek de ganze Sipp von'n Liew.«

Petrus: »Dat sall gellen!«

De Darßer: »Denn mak man de Döhr 'n beten up.«
Un denn leggt he beide Hänn mit de flache Sied an'n Mund un reep luuthals in'n Himmel rin:
»Schipp up Strand!
Schipp up Strand!«

Kuum harren de Hiddenseeschen dat hürt, so sprungen se up un störten sick rut ut de Himmelsdöhr, denn se wulln all helpen, un keen wull bi so'ne Sak de letzt sin. Dat wir grad, as wenn ein mit'n risern Bessern Utkir hölt' dor blew ok nich ein Hiddenseesch in'n Himmel.

As se all buten wieren, klappt Petrus de grote Dör achter en to un was froh, dat he de Gesellschaft so licht loswarden wier.

De Darßer äwer had nu välen Platz un sett sick dichting bi'n leiwen Gott sülwst up dei Bank.

Diese Geschichte wird auch umgekehrt erzählt, ebenso von den Rüganern, Zingstern und Fischländern, denn mehr oder weniger standen einst alle Leute an der Küste in dem Ruf, daß es für sie kein Halten gab, wenn es darum ging, Strandgut zu bergen.

 

Quelle: eine Sage vom Ostseestrand